3. November 2014

 Bei einer Tagung der DNFS und des DMB diskutierten Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Kultur am 15.02.2013 in Berlin über Möglichkeiten der Rettung von naturhistorischen Museen und Sammlungen in Deutschland. Die Begleitpublikation zur Tagung mit Beiträgen der Referenten und einer Zusammenfassung der Podiumsdiskussion ist nun erschienen.

Mitteilungen und Berichte aus dem Institut für Museumsforschung, Nr. 52: Johanna Kovar-Eder und Norbert Niedernostheide (Hrsg.), Deutschlands naturkundliche Sammlungen – Erhaltung der Vielfalt als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gemeinsame Tagung von DNFS (Deutsche naturwissenschaftliche Forschungssammlungen und DMB (Deutscher Museums Bund), Berlin 15. Februar 2013. Berlin 2014.

 Online abrufbar unter: http://www.smb.museum/museen-und-einrichtungen/institut-fuer-museumsforschung/ publikationen.html

 Die naturhistorischen Sammlungen Deutschlands in Museen und Universitäten umfassen derzeit mindestens 140 Mio. Objekte. Ein historisch gewachsener, einmaliger Schatz. Davon werden rund 100 Mio. in großen Museen betreut aber auch rund 40 Mio. Objekte in mittleren und kleinen Museen. Deutschland steht damit weltweit an der Spitze hinsichtlich der Größe und Bedeutung dieser Sammlungen. Seit Jahren zeichnet sich allerdings bundesweit die Gefährdung vor allem kleinerer naturkundlicher Museen und Sammlungen ab. Die Tagung „Deutschlands naturkundliche Sammlungen – Erhaltung der Vielfalt als gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ in Berlin brachte am 15. Februar 2013 erstmals Vertreter von Naturkundemuseen, Träger und Förderer sowie Vertreter der Politik aus ganz Deutschland zusammen, um über Aufgabe, Lage und Zukunft der naturkundlichen Sammlungen zu diskutieren. Das Fazit der Tagung: Naturkundemuseen spielen mit ihrem Forschungspotential eine essentielle Rolle für den Erhalt der biologischen Vielfalt, unsere Zukunftsfähigkeit und kulturellen Identität. Dennoch sind vielerorts naturkundliche Sammlungen akut bedroht.

Möglichkeiten einer Lösung der Probleme sehen die Initiatoren und Teilnehmer der Tagung vor allem in der verstärkten Profilbildung der Museen, einer besseren Vernetzung der Institutionen und in der Nutzung der bestehenden Netzwerke, wie DMB und DNFS. Die Tagung hat zudem deutlich gezeigt, dass alle Akteure bei der Erarbeitung einer zukünftigen nationalen Strategie zur Erhaltung der Sammlungen gefragt sind: Die Museen selbst, ihre Träger, Politik, Förderer und Drittmittelgeber. Schlagworte sind dabei die virtuelle Vernetzung der Sammlungen als nationale Forschungsinfrastruktur, Kreativität und eine stärkere Profilbildung der einzelnen Häuser im Kontext ihres jeweiligen Standortes. Zudem bleibt die Verbesserung der Wahrnehmung der naturkundlichen Museen als Forschungs- und Wissenschaftseinrichtung in der Öffentlichkeit entscheidend. Hier sehen die Verantwortlichen Nachholbedarf.

Die Tagung konnte Akzeptanz für die Relevanz der naturkundlichen Sammlungen fördern: Eine wichtige Basis für ein weiteres konstruktives Vorgehen, bei dem ausschlaggebend sein wird, dass die zuständigen Akteure und Institutionen untereinander im Gespräch bleiben. Einen Beitrag hierzu leistet der erschienene Tagungsband.