4. Dezember 2012

Diebstähle von wertvollen Greifvogelfedern in Naturkundemuseen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgedeckt.

Bei Hausdurchsuchungen in der Schweiz wurde sehr umfangreiches Federmaterial sichergestellt.

 Bei einer Serie von Diebstählen wurden wertvolle Greifvögel in den Vogelsammlungen deutscher, österreichischer und schweizerischer Naturkundemuseen schwer beschädigt. Betroffen sind unter anderen die Museen in Basel, Berlin, Frankfurt, Stuttgart und Wien. Die Vögel wurden in den Sammlungen der Häuser mit ausgerissenen Federn und abgetrennten Flügeln vorgefunden. Durch das gestohlene Federmaterial entstand in den betroffenen Naturkundemuseen ein Gesamtschaden von bis jetzt geschätzten ca. 3-4 Millionen Euro.

 Unter dem Vorwand einer wissenschaftlichen Anfrage verschaffte sich die nun des Diebstahls verdächtigte Person Einsicht in die Vogelsammlungen der Häuser. Die Beschädigungen der Sammlungen wurden zunächst in Berlin bemerkt. Das Museum in Berlin informierte daraufhin die anderen Naturkundemuseen. Durch die enge Zusammenarbeit der Museen untereinander und der Behörden in Deutschland, Österreich und der Schweiz konnte bei Hausdurchsuchungen in der Schweiz am vergangenen Wochenende sehr umfangreiches Material der gestohlenen Federn sichergestellt werden. Die Museen hoffen nun, dass die Federn den richtigen Sammlungsobjekten zugeordnet werden können und dadurch der Schaden begrenzt werden kann.

 Bei den beschädigten Präparaten handelt es sich ausschließlich um sehr seltene Arten, die unter das EU-Artenschutzabkommen und das Washingtoner Artenschutzabkommen fallen und um Objekte von hohem wissenschaftlichem Wert. Viele der Präparate besitzen zudem bedeutende historische Bedeutung und sind für die naturkundlichen Sammlungen der Museen unersetzlich. Der wissenschaftliche Schaden ist unermesslich, da für die Forschung ein intaktes Gefieder bei Vogelpräparaten außerordentlich wichtig ist.

 Die betroffenen Naturkundemuseen haben sehr große und bedeutende ornithologische Sammlungen. Durch die Vielzahl der Beschädigungen sind nun von einigen Arten nahezu alle existierenden Belege in den Museen des deutschsprachigen Raums in Mitleidenschaft gezogen.

Für weitere Fragen steht Ihnen Prof. Dr. Johanna Eder, Vorsitzende der DNFS und Direktorin des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart zur Verfügung.

Kontakt: E-Mail: johanna.eder@smns-bw.de, Tel. 0711 – 89 36 – 112.